"Begierde"
Ungewöhnliche Vampirverfilmung und zeitgleich der erste richtige Spielfilm von Tony Scott - und im Gegensatz zu seinen späteren Actionfilmen kommt der Film hier ohne epileptische Kamera-Spielereien und Schnitte aus.
Es handelt sich hier wohl um eine Verfilmung eines Romans von Whitley Strieber von dem ich bisher nur den Namen kenne und dessen Werke ich öfters als Werbung auf den letzten Seiten von irgendwelchen Stephen King/Dean Koontz/James Herbert Büchern gefunden habe.
Wäre ich Gothik, dann würde ich den Film wahrscheinlich lieben, was nicht nur an dem gothischen Look liegt, sondern viel mehr, dass die Band Bauhaus am Anfang vom Film zu sehen ist.
Im Grunde ist der Film ein für die 80er Jahre modernes Schauermärchen um eine Vampirin und deren Geliebter. Das Problem der Vampirin ist, das sie ihre Liebhaber zu zeitlich begrenzten Untoten machen kann, diese dann auch mehrere Jahrhunderte an ihrer Seite verweilen, aber dann plötzlich und innerhalb weniger Tage unglaublich schnell altern und dann sterben. So muss sich die Vampirin alle paar Jahrhunderte einen neuen Geliebten oder eine neue Geliebte erschaffen.
Das Teil ist mit Susan Sarandon und David Bowie stark besetzt. Der Look des Films kann ebenso überzeugen. Hinzukommt, dass der Film eine unglaubliche Erotik inne hat. Es gibt einiges an nackter Haut zu sehen, doch dies verkommt nicht zum Selbstzweck und ist in Verbindung mit Sound und Kamera schön anzusehen und wirkt im Gegensatz zu vielen anderen Filmen kein bisschen peinlich.
Für Vampirfilme üblich (ausgenommen dem "Twilight" Schmonzettenkram) ist auch hier Blut zu sehen, es hält sich aber in Grenzen. Auch sonst ist der Film sehr ruhig angelegt. Für einige wahrscheinlich schon zu ruhig. Man muss sich halt drauf einlassen können.
Horrorfilmtechnisch punktet der Film vor allem gegen Ende. Da wird Masken und Make Up Technisch (für seine Zeit) einiges fürs Auge geboten.
6.5/10
"Clive Barker's Die Seuche"
Irgendwann mal für 1-2 € im Tedi gekauft.
Erwartet habe ich nichts und insgeheim habe ich schon mit einem filmischen Fiasko gerechnet.
Ist auch weniger verwunderlich, wenn da James "Dawson" Van Der Beek auf dem Cover prangt - kennt überhaupt noch jemand den Typ?
Story: alle Kinder der Welt unter 9 Jahren fallen zeitgleich in einer Art Koma und wachen 10 Jahre später wieder auf um alle Personen, die über 19 Jahre alt sind, zu töten.
Das hat schon alles was Zombiehaftes, wenn die Kids bleich geschminkt und mit starrem Blick, mit 30 Mann auf einen Erwachsenen losgehen. Die ein oder andere Szene kann sicherlich als Refferenz zu alten Zombie-Filmen gedeutet werden, auch wenn manche Szenen unfreiwillig komisch erscheinen.
Spannend ist das Teil selten, dafür ist die Chose aber auch nicht langweilig. Hin und wieder hat das Teil auch eine leicht bedrückende Stimmung nur um dann durch selten dämliche Logiklöcher wieder etwas an Pluspunkten einzubüsen.
Beispiel: die Zombie Kids fangen an zu lernen und sind irgendwann ALLE schwer bewaffnet. Sie erschießt wie eine Kampfamazone zwei von den Kids, die ihnen den Weg versperren. Sie meint darauf hin zu "Dawson", dass sie sich ebenfalls bewaffnen müssen. Er kontert mit einem: "Nein. Wir müssen nur von hier weggehen." - woraufhin sie die Waffe zu Boden schmeißt, ihn mitten in der Pampa alleine rumstehen lässt, und in die andere Richtung von dannen zieht.
Für eine 16er Freigabe ist der Streifen einigermasen brutal ausgefallen: hier mal ein Headshot, da mal ein Einschussloch aus dem massig Blut sprizt - die Cam hält voll drauf, da eine Leiche der durchs Auge geschossen wurde, hier mal ein fieser offener Knochenbruch.
Das Ende hingegen geht mehr in die Richtung What the Fuck? und gibt dem ganzen die nötige Ernsthaftigkeit.
Fazit: fast schon durchschnittliches Filmchen.
4.5/10